Immer noch auf dem Weg
- nadjapeuckert
- vor 13 Stunden
- 5 Min. Lesezeit
Als ich im November 2020 den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt habe, hätte ich wahrscheinlich nicht gedacht, dass ich einige Jahre später einmal Einzelpersonen, Paare und Familien beraten würde.
Eigentlich hatte ich zunächst einen ziemlich klaren beruflichen Schwerpunkt in der Erwachsenen- und Weiterbildung und gleichzeitig hat sich seitdem unglaublich viel entwickelt.
Wenn ich heute auf die vergangenen Jahre zurückblicke, erkenne ich einen roten Faden. Damals konnte ich ihn allerdings noch nicht deutlich sehen.
Von der Erzieherin zur Bildungsreferentin
Mein beruflicher Weg begann mit meiner Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin. Viele Jahre habe ich in diesem Beruf gearbeitet und dabei ganz unterschiedliche Erfahrungen gesammelt.
Mein Interesse an frühkindlicher Bildung, an pädagogischer Qualität und daran, wie Kinder in ihrer Entwicklung gut begleitet werden können, führte mich unter anderem zum infans-Konzept der Frühpädagogik.
Parallel dazu wuchs mein Wunsch, mich auch wissenschaftlich weiterzuentwickeln.
2017 begann ich deshalb mein nebenberufliches Studium der Bildungswissenschaft an der FernUniversität in Hagen.
Sechs Jahre später hielt ich tatsächlich meinen Bachelorabschluss in den Händen.
Über mein Studium habe ich hier im Blog ja bereits ausführlicher geschrieben und wer den Beitrag kennt, weiß: Einfach war das alles nicht. ;)
Aber genau diese Erfahrung hat mir auch gezeigt, wie wichtig es mir ist, mich weiterzuentwickeln und immer wieder Neues zu lernen.
Daneben begann mein Weg in die Selbstständigkeit
Im November 2020 wurde aus meinen Überlegungen schließlich Realität:
Ich wurde selbstständig als Bildungsreferentin und Dozentin.
Seitdem durfte ich unglaublich viele unterschiedliche Menschen kennenlernen, Fortbildungen und Seminare durchführen, mit Bildungsträgern und Instituten zusammenarbeiten und mich mit ganz unterschiedlichen pädagogischen Themen beschäftigen.
Es ging um Kinder, Entwicklung, Eingewöhnung, Beobachtung, Partizipation, Kommunikation, Konflikte, Kinderschutz, pädagogische Haltung und vieles mehr.
Und je mehr ich mit pädagogischen Fachkräften arbeitete, desto mehr fiel mir etwas auf:
Bei all diesen Themen geht es am Ende immer um die Menschen, die dahinterstehen.
Die einzelne Person wurde für mich immer wichtiger
Ein Team kann noch so viele tolle Ideen haben und eine Einrichtung noch so gute Konzepte entwickeln. Wir können versuchen, Eltern und Familien im institutionellen Rahmen zu unterstützen und doch geraten wir an verschiedensten Stellen an unsere Grenzen.
Schließlich sind es stets einzelne Menschen, die zusammenarbeiten, zusammenleben und Beziehungen formen:
Menschen mit ihren eigenen Erfahrungen, Bedürfnissen, Grenzen, Erwartungen und Belastungen und wenn es der einzelnen Person nicht gut geht, bleibt das meistens nicht ohne Auswirkungen.
Im Team genauso wie in der Familie und damit erweiterte sich meine Perspektive.
Ich begann, mich immer stärker mit Themen wie Stressmanagement, Selbstfürsorge, Resilienz, Kommunikation und Konfliktmanagement zu beschäftigen und irgendwann kam für mich eine weitere Frage dazu:
Wie gut können wir eigentlich für uns selbst sorgen,
wenn wir mit uns selbst gar nicht gut umgehen?
Selbstliebe wurde für mich zu einem wichtigen Thema
2023 begann ich deshalb eine Weiterbildung zur Selbstliebe-Trainerin bei Melanie Pignitter, die ich 2024 erfolgreich abgeschlossen habe.
Dabei hat sich mein Verständnis von Selbstliebe noch einmal verändert.
Für mich geht es dabei nicht um ein ständiges „Ich bin toll“ oder darum, sich selbst immer an die erste Stelle zu setzen.
Es geht vielmehr darum, sich selbst wahrzunehmen, eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen, Grenzen zu erkennen und sich selbst mit Verständnis zu begegnen.
Gerade auch in schwierigen Situationen eben nicht sofort gegen sich selbst zu arbeiten und sich selbst zu vergessen.
Für mich gehören Selbstliebe und Selbstfürsorge eng zusammen, genauso wie sich auch Stress und Krisen nicht völlig unabhängig davon betrachten lassen.
Aber es geht noch tiefer

Je intensiver ich mich mit persönlicher Entwicklung beschäftigte, desto mehr begegnete mir auch die Frage, wo manche unserer Reaktionen eigentlich herkommen.
Warum reagieren wir in bestimmten Situationen immer wieder auf ähnliche Weise?
Warum fällt es uns manchmal so schwer, Grenzen zu setzen?
Warum wissen wir eigentlich, was uns guttun würde und schaffen es trotzdem nicht, danach zu handeln?
Warum fühlen sich manche Situationen viel größer an, als sie auf den ersten Blick eigentlich sind?
Die Antwort liegt eben manchmal noch ein Stück tiefer.
Bereits in meiner Tätigkeit als pädagogische Fachkraft habe ich mich mit der Bedeutung der eigenen Biografie beschäftigt und dann dazu im Rahmen meiner Bachelorthesis selbst geforscht.
Da es bei mir aber immer ein bisschen mehr sein darf, habe ich noch einmal begonnen, mich zusätzlich im Bereich der Arbeit mit dem Inneren Kind weiterzubilden. Ebenfalls eine Weiterbildung bei Melanie Pignitter zur Innerer-Kind-Mentorin.
Das fehlte sozusagen noch als Pendant.
Auch hier geht es für mich nicht darum, alles, was heute schwierig ist, ausschließlich in der Vergangenheit zu suchen. Aber manchmal hilft es, die eigenen Muster besser zu verstehen.
An dieser Stelle scheint es, als wäre ich ziemlich weit weg von meinem ursprünglichen Tätigkeitsfeld, aber im Grunde ist es das auch gar nicht, denn eigentlich ging es schon immer um Entwicklung, nur um unterschiedliche Ebenen.
Und dann kam die Familie
Irgendwann wurde mir klar, dass Teams und Fachkräfte in den Einrichtungen an ihre Auftragsgrenzen geraten und so wollte ich auch hier eine Möglichkeit schaffen, Menschen an mich weiterzuweisen, wenn der Auftrag in der Einrichtung an seine Grenzen gerät.
Ich wollte Beratung für Einzelpersonen anbieten, aber jede einzelne Person kann eben selten nur für sich alleine betrachtet werden.
So führte mein Weg schließlich zur systemischen Beratung.
Von 2023 bis 2025 habe ich mich bei THEKLA zur systemischen Paar- und Familienberaterin weiterqualifiziert.
Und an dieser Stelle muss ich vielleicht gestehen:
Ursprünglich habe ich gar nicht über den Bereich Paarberatung nachgedacht.
Aber auch hier wird klar: Wir leben in Beziehungen, wir sind Teil von Familien, wir arbeiten in Teams, wir haben Partnerschaften, Freundschaften und andere wichtige Beziehungen. Beziehungen beeinflussen uns und wir beeinflussen sie.
Während meiner Ausbildung wurde mir immer deutlicher, wie eng persönliche und familiäre Themen miteinander verbunden sein können und deshalb habe ich mich auch an dieser Stelle dazu entschieden, das ganze Themenspektrum aufzugreifen.
Hinter manchen Familienthemen liegen Paarthemen und gleichzeitig muss man natürlich überhaupt keine Familie sein, um Beziehungsthemen zu haben.
Kommunikation,
Nähe und Distanz,
unterschiedliche Bedürfnisse,
Konflikte,
Erwartungen,
Veränderungen …
All das sind Themen, die uns - in Familien, in Partnerschaften, in Teams - beschäftigen und so bin ich schließlich doch bei der Paarberatung angekommen.
Und dann fehlte mir noch etwas
Je mehr ich mich im Bereich der systemischen Beratung bewegte, desto deutlicher wurde für mich, dass ich auch die psychologische Perspektive noch stärker verstehen möchte.
Ich hatte viele praktische Erfahrungen gesammelt und mich in unterschiedlichen Bereichen weitergebildet. Aber ich wollte Zusammenhänge auch wissenschaftlich noch besser verstehen. Deshalb studiere ich inzwischen an der FernUniversität in Hagen Psychologie im Bachelorstudiengang mit dem Ziel, zunächst das Zertifikat „Psychologie: Entwicklung und Bildung“ zu erwerben.
Dafür absolviere ich vier Module mit insgesamt 60 ECTS und vielleicht ist damit dann auch noch nicht Schluss, denn die Leistungen würden mir für den weiteren Bachelorstudiengang angerechnet werden. ;)
Demnach werde ich nicht aufhören, meinen Fragen nachzugehen, mich weiterzubilden, mich weiterzuentwickeln und ich glaube, das wird sich bei mir auch nicht ändern.
Ich lebe das lebenslange Lernen.

Wenn ich heute zurückblicke …
… dann sehe ich keinen geraden Weg.
Ich sehe viele kleine Abzweigungen.
Manche waren geplant und andere sind einfach entstanden.
Manche Dinge haben mich neugierig gemacht und andere haben sich aus meiner Arbeit heraus entwickelt.
Und so gehören heute für mich viele Dinge zusammen:
Bildung und Pädagogik
Kommunikation und Konflikte
Stress und Selbstfürsorge
Resilienz und persönliche Entwicklung
Die Beziehung zu sich selbst
Beziehungen zu anderen
Familie und Partnerschaft
Und genau dies macht meinen roten Faden sichtbar:
Es geht immer wieder um Entwicklung.
… von Kindern.
… pädagogischer Fachkräfte.
… Teams.
… um die persönliche Entwicklung einzelner Menschen, von Paaren und Familien.
Und jetzt?
An dieser Stelle sollte klar geworden sein, dass es immer noch ein bisschen weitergeht.
Man muss nicht am Anfang wissen, wo man am Ende ankommt.
Manchmal reicht es, loszugehen und den nächsten Schritt zu machen.
Und an welchem nächsten Schritt im Hintergrund gearbeitet wurde,
davon berichte ich im nächsten Blogbeitrag. Bis dahin alles Liebe Nadja Peuckert



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